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Der Weg ist das Ziel – Hinterstein will 1. Deutsches Bergsteigerdorf werden

Hinterstein am 24.08.2013 um 16:00 Uhr und der Himmel öffnet seine Schleusen. Kein Prachtwetter zur Präsentatation eines ambitionierten Projektstarts. Dennoch ist das Cafe-Restaurant „Der Kleine Prinz“ an der Prinze-Gumpe gut besucht, ja beinahe überfüllt.

Derr Deutschen Alpenverein und die Gemeinde Bad Hindelange hatten zur Pressekonferenz geladen. Hinterstein will 1. Deutsches Bergsteigerdorf werden. Ein ambitioniertes Projekt das auch den Bayerischen Wirtschaftsminister Zeil nach Hinterstein führt.

Hinterstein bringt nach Ansicht der Initiatoren (DAV und Gemeinde Bad Hindelang) alle Kritierien für die offizielle Auszeichnung zu einem Bergsteigerdorf bereits im Vorfeld mit. Naturschutzgebiete, sanfte Tourismuskonzeption und eine Bergwander-Infrastruktur.

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Hinterstein bringt zahlreiche Kriterien für die Auszeichnung Bergsteigerdorf mit – Bildquelle- Gemeinde Bad Hindelang

Das Vorbild aus Österreich erläuterte Dr. Roland Kals vom Projektteam der österreichischen Bergwanderdörfer in einem Kurzvortrag. Hier verwies der Experte auf die Erfolgskriterien und die Philosophie des „sanften Tourismus“, der ohne Aufstiegshilfen auskommt, und die hinter den Bergwanderdörfern steckt.

Hier im Allgäu Audio-Kanal – Bericht von der Pressekonferenz in Hinterstein
Einfach Lautsprecher einschalten und auf Play klicken.

 

Diese Ansicht vertritt auch Manfred Berger vom DAV der deutlich dem Event Tourismus eine Absage erteilte und auf nachhaltige Konzepte setzt. Dabei ist das Konzept „Bergsteigerdorf“ eine Chance für die Unternehmen in der Region, die sich mit Leistungen und Produkten regional einbringen können und müssen.

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Hinterstein ist für den ersten Bürgermeister von Bad Hindelang Adalbert Martin die erste Wahl zum Bergsteigerdorf. Die Ortsgröße, Lage und Struktur sind auf das Maß reduziert, die vom DAV als Kriterium gefordert werden.
Die Bürger stehen laut dem Bürgermeister voll und ganz hinter dem Projekt. Als eine erste Baumaßnahme wird eine Bergsteigerlodge auf dem Gelände der Gaststätte „Grüner Hut“ entstehen. Der Bauantrag ist seitens des Investors Alexander Kullmann (Gaststätte Wiesengrund) bereits gestellt.

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Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (links) sieht in Hinterstein ein ideales Pilotprojekt

Die ökonomische Bedeutung des Wandertourismus legte der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil beim Ortstermin dar. Hier sieht der Minister Hinterstein ebenfalls als ideales Pilotprojekt. Auch bei der Finanzierung will das Ministerium unterstützen. Die Iniative wird mit Anfangs 50.000 EUR Marketing-Budget beziffert. Letztendlich sieht man einen Bedarf im unteren 5 stelligen Bereich.

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Hinterstein hat sich einen ehrgeizigen Zeithorizont für das Projekt gesetzt. Bereits 2014 will Bad Hindelang mit Hinterstein das erste deutsche Bergsteigerdorf der Öffentlichkeit präsentieren.

Themenreihe – Hinterstein – der Weg zum ersten deutschen Bergsteigerdorf
Wir von Hier im Allgäu werden das Projekt mit einer Themenreihe unter dem Titel „Hinterstein – der Weg zum ersten deutschen Bergsteigerdorf“ inhaltlich begleiten. Verschiedene Interviews und Themenbeiträge befinden sich für die kommenden Monate in der Vorbereitung.

Weitere Links zur Pressekonferenz und Thema:

Beitrag im Bayerischen Rundfunk
Pressemitteilung der Gemeinde Bad Hindelang
Hinterstein
Deutscher Alpenverein – DAV
Bergsteigerdörfer in Österreich

Ihre Meinung zum Projekt „Hinterstein 1. Deutsches Bergsteigerdorf“. Nutzen Sie die Kommentarfunktion dieser Seite oder kommentieren Sie über Facebook.

 

Quo vadis Gewerbegebiet Burgberg Winkel? - Informationsabend der Stadt

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Bis auf den letzten Platz gefüllt – Informationsabend im Sonthofener Rathaus

Der Titel der PowerPoint Folie “Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung” im Ratssaal wirkte motivierend für die zahlreichen Besucher des Informationsabend. Bürgermeister Buhl bringt diese Öffentlichkeitsbeteilung auf den Punkt: Kommunen holen die Stimmungslage und Hinweise der Bevölkerung zu Projekten ein, um einen bestmöglichen und praktikablen Weg für alle Beteiligten zu finden.

Information und Beteiligung

So auch bei der Informationsveranstaltung der Stadt Sonthofen zum Gewerbegebiet am alten Schießplatz in Burgberg / Winkel. Der Rahmen der Veranstaltung bestand aus relativ kurz gehaltenen Informationsvorträgen der beteiligten Bürgermeister Buhl (Sonthofen) und Fischer (Burgberg). Inhaltlich zum Bauvorhaben und der Erschließung referierten dann der Leiter des Bauamtes und die einzelnen Planungsbüros.

Viel Lärm um nichts?

Spätestens beim Vortrag zu den Emissionswerten (Lärmbelastung) von Veronika Nell (Planungsbüro) entstand Diskussionsbedarf im vollen Ratssaal. Wie laut wird die Erschliessung des Gewerbegebietes? Wieviele Fahrzeuge frequentieren die Edelweißstraße? Woher kommen die ermittelten Werte? Dies nur einzelne Aspekte die den Bewohnern auf den Nägeln brannten. Denn das neue Gewerbegebiet würde den Verkehr in der Edelweißstrasse verdoppeln. Das Planungsbüro ging hier von einer Fahrzeugmenge von 32 Autos pro Stunde Werktags aus. Auf Rückfrage seitens eines Bürgers wurde hier dargstellt, dass die Werte auf Berechnungen beruhten. Auch Details in den Flächenplanungen sorgten immer wieder für Unmut. Ein Wendehammer wurde als potenzielle Erweiterungsoption ausgemacht. Die Befürchtungen der Bürger wurden augenscheinlich dass mittels Fakten schaffen größere Dimensionen angestrebt werden.

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Dimension Kleingewerbegebiet

Seitens der Stadt und des Planungsbüros wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass es sich nicht um ein Gewerbegebiet herkömmlicher Art handeln soll. Vielmehr sollen zahlreiche Auflagen dafür sorgen, dass nur Ansiedelungen von Kleinbetrieben wie Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen möglich wären. Speditionen oder Autohäuser wären aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nicht möglich. Dies schilderte Bürgermeister Buhl mehrmals. Buhl geht davon von einer Betriebsmenge von 8-10 Unternehmen aus. Aber selbst die anonyme Auflistung von Bewerbern und deren Tätigkeiten führte wiederum zu Verunsicherung. So war ein “Holzverarbeitender Betrieb” den Zuhörern ein Dorn im Auge und auch die Möglichkeit einer Betriebsleiterwohnung im Gewerbe führte schnell zum Vorwurf, dass billiger Baugrund für Wohnimmobilien geschaffen würde. Zentraler Punkt vieler Kritiker war die tatsächliche Notwendigkeit eines Kleingewerbegebietes mit ca. 8-10 Unternehmen, wo doch zahlreiche Flächen in Sonthofen durch die Bundeswehr in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen würden. Den unnötigen Flächenfraß, so ein Bürger, sollte man verhindern, denn Investitionen in hochwetige Ferienimmobilien würden durch den entstehenden Lärm vernichtet. Buhl verwies hier auf das Jahr 2018 bei dem frühestens der Start zu sehen wäre. Diese Zeit will der Bürgermeister nicht untätig verstreichen lassen und die Abwanderung von Unternehmen verhindern. Der Hinweis auch den Blick auf die nachfolgenden Generationen zu richten führte dann zu vereinzelten Zwischenrufen der Bürger.

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Es wird deutlich lauter werden – die Befürchtung der Anwohner

Die Kritiker liessen dabei nicht locker: Ein LKW Verkehr durch Burgberg wäre logistisch aufgrund der Strassenenge kaum realisierbar. Auch der Verweis auf mögliche Hochwasser-Lagen wie 1999 wurde eingebracht.

Wenig Hoffnung konnte Bürgermeister Buhl dem Reitsportverein machen dem Wiesen für Ausritt und Training durch das Gewerbegebiet entfällt. Hier verwies er den Vorzug der  jahrelang kostenfreien Nutzung der Wiesen. Gesprächsbereitschaft signalisierte der Bürgermeister,  jedoch neue Flächen für den Verein zu finden wird sich schwierig darstellen, so Buhl.

So hatte man am Ende der Veranstaltung nach gut 2,5 Stunden den Eindruck, dass die Bürger zwar Bedenken und Kritikpunkte los werden konnten. Der Erschließungsplanung stehen diese jedoch aktuell nicht im Weg.

Ihre Meinung ist gefragt
Wie ist Ihre Meinung zu den Planungen zum Gewerbegebiet in Burgberg/Winkel? Sind Sie selbst betroffen? Wir freuen uns über Ihr Feedback.

Information oder Konfrontation? - Stadt informiert über die Planungen zum Gewerbegebiet in Winkel

Das Gelände „am alten Schiessplatz in Burgberg / Winkel“ Thema heute Abend im Sonthofener Rathaus

Am heutigen Montag 22.04.2013 um 19:00 Uhr informiert die Stadt Sonthofen im großen Sitzungssal des Rathauses über die Planungen zur Erschliessung des Geländes „am alten Schiessplatz in Winkel“ für ein Gewerbegebiet.

Der Text auf der Webseite der Stadt Sonthofen zur Einladung im Wortlaut:

Zum geplanten Gewerbegebiet im Bereich des alten Schließplatzes zwischen Winkel und Burgberg bietet die Stadtverwaltung am Montag, 22. April 2013 um 19:00 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses einen Informationsabend an. Im Rahmen des Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung eines Bebauungsplanes wird die Öffentlichkeit über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planungen unterrichtet. Weiterhin besteht die Möglichkeit zur Äußerung und Erörterung.
Der Stadtrat der Stadt Sonthofen hat im November 2012 beschlossen, im Bereich des alten Schießplatzes den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. Auf einer Gesamtfläche von ca. 2 ha wird ein Gewerbegebiet für kleinere Gewerbebetriebe und Handwerker geplant.

Liest man die Transperente und auch die Webseite der Gegner der Erschliessung der Flächen zu einem Gewerbegebiet, so wird der Informationsabend nicht nur ein solcher bleiben. Denn unter dem Tagesordnungspunkt „Möglichkeit zur Äußerung und Eröterung“ werden auch die Vertreter der Bürgerinitative gegen die Bebauung zu Wort kommen.

Gewerbegebiet Transparent Bürgerinitive in Winkel

Wir werden vom der Verlauf der Veranstaltung des heutigen Abends hier unter Aktuelles berichten. Über Twitter können Sie aber auch live einzelne aktuelle Statements einfangen. Hierzu einfach unseren Twitter-Account unter @hierimallgaeu aufrufen.