Quo vadis Gewerbegebiet Burgberg Winkel? - Informationsabend der Stadt

21-04-2013-ratssaal-infoabend-gewerbegebiet
Bis auf den letzten Platz gefüllt – Informationsabend im Sonthofener Rathaus

Der Titel der PowerPoint Folie “Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung” im Ratssaal wirkte motivierend für die zahlreichen Besucher des Informationsabend. Bürgermeister Buhl bringt diese Öffentlichkeitsbeteilung auf den Punkt: Kommunen holen die Stimmungslage und Hinweise der Bevölkerung zu Projekten ein, um einen bestmöglichen und praktikablen Weg für alle Beteiligten zu finden.

Information und Beteiligung

So auch bei der Informationsveranstaltung der Stadt Sonthofen zum Gewerbegebiet am alten Schießplatz in Burgberg / Winkel. Der Rahmen der Veranstaltung bestand aus relativ kurz gehaltenen Informationsvorträgen der beteiligten Bürgermeister Buhl (Sonthofen) und Fischer (Burgberg). Inhaltlich zum Bauvorhaben und der Erschließung referierten dann der Leiter des Bauamtes und die einzelnen Planungsbüros.

Viel Lärm um nichts?

Spätestens beim Vortrag zu den Emissionswerten (Lärmbelastung) von Veronika Nell (Planungsbüro) entstand Diskussionsbedarf im vollen Ratssaal. Wie laut wird die Erschliessung des Gewerbegebietes? Wieviele Fahrzeuge frequentieren die Edelweißstraße? Woher kommen die ermittelten Werte? Dies nur einzelne Aspekte die den Bewohnern auf den Nägeln brannten. Denn das neue Gewerbegebiet würde den Verkehr in der Edelweißstrasse verdoppeln. Das Planungsbüro ging hier von einer Fahrzeugmenge von 32 Autos pro Stunde Werktags aus. Auf Rückfrage seitens eines Bürgers wurde hier dargstellt, dass die Werte auf Berechnungen beruhten. Auch Details in den Flächenplanungen sorgten immer wieder für Unmut. Ein Wendehammer wurde als potenzielle Erweiterungsoption ausgemacht. Die Befürchtungen der Bürger wurden augenscheinlich dass mittels Fakten schaffen größere Dimensionen angestrebt werden.

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Dimension Kleingewerbegebiet

Seitens der Stadt und des Planungsbüros wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass es sich nicht um ein Gewerbegebiet herkömmlicher Art handeln soll. Vielmehr sollen zahlreiche Auflagen dafür sorgen, dass nur Ansiedelungen von Kleinbetrieben wie Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen möglich wären. Speditionen oder Autohäuser wären aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nicht möglich. Dies schilderte Bürgermeister Buhl mehrmals. Buhl geht davon von einer Betriebsmenge von 8-10 Unternehmen aus. Aber selbst die anonyme Auflistung von Bewerbern und deren Tätigkeiten führte wiederum zu Verunsicherung. So war ein “Holzverarbeitender Betrieb” den Zuhörern ein Dorn im Auge und auch die Möglichkeit einer Betriebsleiterwohnung im Gewerbe führte schnell zum Vorwurf, dass billiger Baugrund für Wohnimmobilien geschaffen würde. Zentraler Punkt vieler Kritiker war die tatsächliche Notwendigkeit eines Kleingewerbegebietes mit ca. 8-10 Unternehmen, wo doch zahlreiche Flächen in Sonthofen durch die Bundeswehr in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen würden. Den unnötigen Flächenfraß, so ein Bürger, sollte man verhindern, denn Investitionen in hochwetige Ferienimmobilien würden durch den entstehenden Lärm vernichtet. Buhl verwies hier auf das Jahr 2018 bei dem frühestens der Start zu sehen wäre. Diese Zeit will der Bürgermeister nicht untätig verstreichen lassen und die Abwanderung von Unternehmen verhindern. Der Hinweis auch den Blick auf die nachfolgenden Generationen zu richten führte dann zu vereinzelten Zwischenrufen der Bürger.

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Es wird deutlich lauter werden – die Befürchtung der Anwohner

Die Kritiker liessen dabei nicht locker: Ein LKW Verkehr durch Burgberg wäre logistisch aufgrund der Strassenenge kaum realisierbar. Auch der Verweis auf mögliche Hochwasser-Lagen wie 1999 wurde eingebracht.

Wenig Hoffnung konnte Bürgermeister Buhl dem Reitsportverein machen dem Wiesen für Ausritt und Training durch das Gewerbegebiet entfällt. Hier verwies er den Vorzug der  jahrelang kostenfreien Nutzung der Wiesen. Gesprächsbereitschaft signalisierte der Bürgermeister,  jedoch neue Flächen für den Verein zu finden wird sich schwierig darstellen, so Buhl.

So hatte man am Ende der Veranstaltung nach gut 2,5 Stunden den Eindruck, dass die Bürger zwar Bedenken und Kritikpunkte los werden konnten. Der Erschließungsplanung stehen diese jedoch aktuell nicht im Weg.

Ihre Meinung ist gefragt
Wie ist Ihre Meinung zu den Planungen zum Gewerbegebiet in Burgberg/Winkel? Sind Sie selbst betroffen? Wir freuen uns über Ihr Feedback.

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